Hilfsprojekt im Libanon
Seit 2009 unterstützt das I-NFBF ein eigenes Hilfsprojekt im Libanon. Das Projekt zeigt, wie stark sich der Zugang zur Gesundheitsversorgung je nach Lebensumfeld unterscheidet.

Über uns
Das I-NFBF zeigt, wie Neuro- und Biofeedback auch im Justizvollzug, bei Geflüchteten, in Kriegsregionen und in Schulen mit sehr begrenzten Mitteln eingesetzt werden. Dazu kommen das eigene Libanon-Hilfsprojekt seit 2009 und die psychophysiologische Feldarbeit des Instituts.
Dr. Otzen-Wehmeyer engagiert sich persönlich in diesen Bereichen. Die Erfahrungen daraus fliessen in die Ausbildung ein.
Seit 2009 unterstützt das I-NFBF ein eigenes Hilfsprojekt im Libanon. Das Projekt zeigt, wie stark sich der Zugang zur Gesundheitsversorgung je nach Lebensumfeld unterscheidet.
Dr. Otzen-Wehmeyer unterstützt vertrauensbasierte psychophysiologische Forschung mit Angehörigen indigener Gemeinschaften. Die freiwilligen qEEG- und Biofeedback-Messungen berücksichtigen den kulturellen Kontext und die professionelle Verantwortung.

Diese Beispiele zeigen, wie Neurofeedback ausserhalb privilegierter Versorgungsstrukturen eingesetzt wird.
Justizvollzug und Forensik
Projekte in Justizvollzugsanstalten und forensischen Ambulanzen untersuchen, wie Neurofeedback bestehende Behandlungsprogramme ergänzen kann.
US-Justizvollzugsanstalt, 63 inhaftierte Personen mit Substanzkonsumstörungen
Nach 20 Sitzungen LORETA-Neurofeedback am Precuneus mit Alphatraining wurden deutliche Symptomverbesserungen dokumentiert. Nach der Entlassung wurden 74,6 Prozent nicht erneut verhaftet und 82,5 Prozent erlitten keinen substanzbezogenen Rückfall. Das Projekt zeigt ein vielversprechendes Modell für Rückfall- und Suchtprävention im Justizvollzug.
Forensische Ambulanz De Forensische Zorgspecialisten, Niederlande
Ein vierwöchiges Neuromeditationstraining mit EEG-Neurofeedback und kognitiver Verhaltenstherapie wurde mit acht forensischen Patientinnen und Patienten mit Impulskontrollstörungen durchgeführt. Die gute Durchführbarkeit und hohe Akzeptanz bilden eine wichtige Grundlage für grössere Wirksamkeitsstudien.
Geflüchtete und Kriegsregionen
Programme für geflüchtete Menschen verbinden Neurofeedback mit bestehenden psychosozialen und klinischen Angeboten.
Chronische, therapieresistente PTBS bei erwachsenen Geflüchteten
71 Teilnehmende erhielten über sieben Monate im Median 26 Neurofeedback-Sitzungen. Trotz vorangegangener erfolgloser Behandlungen zeigten 54 Prozent klinisch bedeutsame Verbesserungen bei PTBS, Angst und Depression sowie zusätzliche Fortschritte in der kognitiven Kontrolle, gemessen mit ereigniskorrelierten Potenzialen.
Geflüchtete Menschen in Malmö, Schweden
21 Personen nahmen teil, davon zwölf in der Neurofeedback- und neun in der Kontrollgruppe. Nach acht bis zehn EEG-Neurofeedback-Sitzungen zeigten vier von fünf klinischen Skalen signifikante Verbesserungen bei PTBS, Depression, Angst und Wohlbefinden.
New South Wales, Australien
Die Programme umfassen Neurofeedback für geflüchtete Kinder mit TOVA-Messungen, qEEG- und ERP-Vergleichsstudien sowie fMRT-Studien mit Überlebenden von Folter. Zusammen bilden sie das weltweit umfassendste Neurofeedback-Programm für geflüchtete Menschen.
Schulen, Slums und benachteiligte Kinder
Schulprojekte erproben kindgerechte Neurofeedback-Formate dort, wo der Zugang zu individueller Therapie begrenzt ist.
NGO-Schule für Kinder in schwierigen Lebenslagen in Pokhara, Nepal
In einer 14-wöchigen Feldstudie wurde spielbasiertes EEG-Neurofeedback mit Headset und Tablet eingesetzt. Die Selbstregulation verbesserte sich beim Spielen, im Unterricht, auf dem Pausenplatz und in der Therapie, auch bei Kindern ohne Computererfahrung und teilweise ohne Lese- und Schreibkenntnisse.
Neurofeedback im regulären Schulunterricht
Das in den Unterricht integrierte Neurofeedback verbesserte die anhaltende Aufmerksamkeit signifikant. Dies zeigte sich auch im beobachteten Arbeitsverhalten und ist besonders relevant für Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien mit eingeschränktem Zugang zu Therapie.
Das Format lässt sich an unterschiedliche Sprachen, Altersgruppen und Versorgungsbedingungen anpassen.
Das Training kann auch bei Sprachbarrieren und fehlenden Lese- und Schreibkenntnissen eingesetzt werden.
Belastende Ereignisse müssen während des Trainings nicht erneut durchlebt oder ausführlich beschrieben werden.
Einfache Spiele und Animationen schaffen einen unmittelbaren, verständlichen Zugang.
Klar definierte Protokolle unterstützen eine gleichbleibende klinische Qualität auch unter schwierigen Bedingungen.
Das I-NFBF dokumentiert diese Projekte und nutzt sie als Fallstudien in der Ausbildung. Sie sensibilisieren Studierende für globale und sozialmedizinische Fragen, kulturelle Unterschiede, ungleichen Zugang zur Gesundheitsversorgung und die Verantwortung in der psychophysiologischen Arbeit.
Mehr darüber, wer hinter dem Institut steht und wie wir arbeiten, erfahren Sie auf der Seite Über uns.