Fallstudie
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- Unspezifische Angst (BF)

Wissenschaftliche Evidenz
Die AAPB, ISNR und der BBNS klassifizieren die klinische Evidenz von Biofeedback und Neurofeedback in fünf Evidenzstufen.
Stand Februar 2026
Die Einstufung folgt der vierten Auflage der AAPB/ISNR-Klassifikation (2023) und BBNS METID v3.0 vom Januar 2026. Level 1 wird auf dieser Seite als Fallstudie bezeichnet.
Die wissenschaftliche Forschung zu Neuro- und Biofeedback braucht Zeit: Kontrollierte Studien folgen strengen methodischen Vorgaben, sind meist auf einzelne, klar abgegrenzte Fragestellungen fokussiert und bilden deshalb immer nur einen Ausschnitt dessen ab, was in der individuellen Behandlung tatsächlich möglich ist. In unserer täglichen Praxis erleben wir bei den hier vorgestellten Indikationen regelmässig deutlich bessere Ergebnisse, als es die aktuelle Studienlage allein vermuten lässt. Das liegt daran, dass wir jede Behandlung individuell auf die Patient:in abstimmen, statt ein standardisiertes Protokoll anzuwenden – und dabei mehrere Wirkfaktoren gleichzeitig nutzen: ein präzises qEEG-Assessment, gezielte Lebensstil-Anpassungen, Psychoedukation, ergänzende Verfahren wie Photobiomodulation, transcranielle Microstrom-Therapie sowie die Erfahrung und das therapeutische Feingefühl unserer Therapeutinnen und Therapeuten. Diese Kombination – die in klinischen Studien aus methodischen Gründen kaum abgebildet werden kann – macht in der Praxis oft den entscheidenden Unterschied. Deshalb sehen wir es als unsere Aufgabe, Sie transparent über den aktuellen Stand der Forschung zu informieren, gleichzeitig aber auch über das hinauszugehen, was Studien allein zeigen können.
Öffnen Sie eine Stufe, um alle zugeordneten Indikationen zu sehen. NF steht für Neurofeedback, BF für Biofeedback.
Einige Einordnungen im direkten Überblick. Unterschiedliche Verfahren für dieselbe Indikation können auf verschiedenen Evidenzstufen stehen.
Generalisierte Angststörung ist auf Level 4 eingeordnet; Bio- oder Neurofeedback bei Panikstörung auf Level 5. Die Einstufung hängt vom spezifischen Störungsbild und Protokoll ab.
Kopfschmerzen bei Erwachsenen sind auf Level 4 eingeordnet. Dazu gehören etablierte Biofeedback-Protokolle für Kopfschmerz- und Migränebehandlung.
Biofeedback bei Hypertonie ist auf Level 4 eingeordnet.
Neurofeedback bei Epilepsie ist auf Level 4 eingeordnet und wird in einen fachärztlich begleiteten Behandlungsplan integriert.
Neuro- und Biofeedback bei Depression sind auf Level 5 eingeordnet.
Neurofeedback bei Tinnitus ist auf Level 2 eingeordnet, Biofeedback bei Tinnitus auf Level 3.
Neuro- und Biofeedback bei Insomnie sind auf Level 3 eingeordnet.
Neurofeedback bei ADHS ist auf Level 5 eingeordnet.¹
¹ ADHS bleibt in der AAPB/ISNR- und BBNS-Klassifikation auf Level 5. Methodische Kontroversen betreffen vor allem die Verblindung von Messungen.
Neurofeedback und Biofeedback verbinden Erkenntnisse aus EEG-Forschung, Bildgebung und klinischer Neurowissenschaft. Im deutschsprachigen Raum prägt die Tübinger Forschungsgruppe um Niels Birbaumer, Ute Strehl und Ulrike Leins die klinische SCP-Forschung bei ADHS. In der Schweiz zählen Tomas Ros, Patrik Vuilleumier, Dimitri Van De Ville, Olaf Blanke und Nicolas Gninenko am Genfer Campus Biotech und an der EPFL zu den europaweit führenden Forschenden im Bereich Echtzeit-Neurofeedback; sie organisieren gemeinsam die internationale rtFIN-Konferenz 2026 in Genf. Ergänzend erforschen Patrick Neff und Tobias Kleinjung in Zürich sowie Adrian Guggisberg und das CHUV-Team in Lausanne Neurofeedback-Anwendungen bei Tinnitus und in der Neurorehabilitation. Das I-NFBF orientiert sich an diesen wissenschaftlichen Grundlagen und verbindet sie mit einer individuell ausgerichteten, verantwortungsvollen neurotherapeutischen Praxis.
Qualität und Sicherheit
Präzise Messungen, qualifizierte Begleitung und ein passend gewähltes Protokoll sind entscheidend für ein sicheres und effizientes Training.
Consumer-EEG-Geräte liefern nicht die Signalqualität, die für klinisches Neurofeedback erforderlich ist, und sind besonders anfällig für Artefakte. Ungenaue Signale können zu ineffizientem Training und falsch ausgerichteten Protokollen führen.
Das I-NFBF verwendet CE-gekennzeichnete Medizinprodukte sowie qEEG-gestützte Protokolle. So werden Trainingsziele präzise geplant und Verläufe nachvollziehbar ausgewertet.
Die vollständigen Klassifikationen und methodischen Grundlagen finden Sie in den Publikationen der Fachverbände.
Wir erklären Ihnen gerne, was die Evidenzstufen für ein konkretes Anliegen und ein bestimmtes Protokoll bedeuten.